Christlich integrale Musik gesucht

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Seit einiger Zeit bietet Luke Healy und das Integral Christian Network in den USA Online-Gottesdienste per Zoom an. Da ich und einige andere mit dem Gedanken spielen, das wir das in Deutschland ebenfalls umsetzen, Musik aber als extrem wichtig für meine eigene Spiritualität empfinde, bin ich aktuell auf der Suche nach geeigneter Musik. Allerdings…

… ist [es] nicht einfach, für die integrale bzw. holistische Ebene Musik (gelb bzw. türkis) zu fin­den, da diese Phasen gerade emergieren bzw. noch vor uns liegen.

So schreibt Wulf Mirko Weinreich in einem seiner neuesten Artikel für die Integralen Perspektiven, „Die Anwendung des Integralen Modells auf die Musikentwicklung.“

Es führe zu nichts, Musiktitel einfach nur den Ebenen zuzuordnen. Es gelte auch die verschiedenen Zuständen zu berücksichtigen (grobstofflich, subtil, kausal) und zwischen In­halt (linker Quadrant) und Form (= Struktur, rechter Quadranten) zu unterscheiden.

Das stellt uns also vor einige Herausforderungen, wenn wir nach integraler christlicher Musik suchen. Vielleicht sollten wir so vorgehen, wie Wilber, wenn er „integrale Kunst“ derart definiert, dass diese von einem integralen Bewusstsein geschaffen sein müsse. Dann wäre lediglich entscheidend, wer die Musik gemacht hat. Oder wir achten lediglich darauf, ob der Inhalt mit einem integralen Bewusstsein kompatibel ist. Oder wir bevorzugen jegliche Musik, die dazu geeignet ist, uns von unserem (grobstofflichen) Wachbewusstsein in einen subtilen und dann kausalen Bewusstseinszustand zu überführen… Doch jegliche Einordnung kommt dort an ihre Grenzen, wo es um euren persönlichen Geschmack geht 🙂

Deshalb im Folgenden eine willkürlich zusammengestellte Sammlung zur Inspiration:

Das „Lichtgebet“ von Elbcanto & Helge Burggrabe war eine wunderbare Empfehlung von Frank Puckelwald. Danke dafür! Ich liebe es und deren Hymnen.

Über das Unity Online Radio bin ich auf ein Lied gestoßen, das in der Form des affirmativen Gebets gehalten ist. Ich finde ja, solche Lieder sind Balsam für die Seele.

Zum Meditieren liebe ich persönlich die Musik von Jason Stephenson:

Peter Michael Hamel ist einer der wenigen Komponisten, von denen ich weiß, dass er tatsächlich das Integrale in Musik zu übersetzen versucht hat. Wie gut ihm das gelungen ist, überlasse ich eurer Einschätzung.

Prinzipiell finde ich, dass die orthodoxe Liturgie(n) mit ihren Gesängen sehr schnell in die Wahrnehmung der subtilen Ebenen führen kann. Und auch wenn ich mit seinen antiwestlichen Ansichten nicht mitgehen kann, ist der Metropolit Hilarion Alfeyev für mich ein wunderbarer Komponist und seine Version der göttlichen Liturgie tief bewegend. Hier die „Seligpreisungen“ daraus, über die ihr aber auch den Rest von ihm finden könnt.

Wenn ihr selbst Musik oder Lieder empfehlen könnt, schreibt diese doch bitte in die Kommentare!

Quellen:

https://www.integralesforum.org/integrale-perspektiven/2019/184-ip-11-2019-integrale-aesthetik-und-kunst/5161-die-anwendung-des-integralen-modells-auf-die-musikentwicklung-von-wulf-mirko-weinreich

https://www.integralesforum.org/integrale-perspektiven/2019/184-ip-11-2019-integrale-aesthetik-und-kunst/5159-was-ist-integrale-kunst-ip

Bild: Bild von Dieter G auf Pixabay

 

13 Kommentare

  1. Hallo Sandra,
    ich finde auch orthodoxe Gesänge am Trefflichsten, das Jesusgebet natürlich (youtube-Titel: „Jesusgebet – Benefizkonzert (Neumarkt in Obf)“ des Collegium Orientale). Die müssen eigentlich immer a capella sein, live auf deutsch zu finden in der Liturgie des Benediktinerklosters Niederalteich, einmalig in Deutschland! Das bekannteste Marien-Lied (ist Maria „integral“?? 😉 nennt sich „Agni Parthene“ (zB Mănăstirea Valaam). Nur die orthodoxen Lieder bitte nicht auf griechisch, das ist halt… :-))
    Auch super, Psalm 135, auf serbisch glaub ich (135. Psalam – Slavite Gospoda)
    Und sonst zum Spasshaben vielleicht noch „Nobody“ von den Casting Crowns.

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  2. Integrale Musik
    Die Vorstellung mit „integraler Musik“ das integrale Christsein zu unterstützen scheint mir zwar möglich, aber dann müssen wir die Musik richtig einordnen. Die Tonbeispiele gehören wohl alle eher in den magisch/mythischen Bereich, liegen also mehr in Feldern von purpur/rot/blau.
    Viel von neuer integraler Musik ist nicht zu erkennen.
    Um dieses Thema ausführlich zu erklären bedürfte es eines eigenen Aufsatzes. Nur so viel:
    die beginnende integrale Musik äußert sich eher in a-rhythmischen Strukturen. Dies war im Ansatz nur in Beispiel 3 zu hören. Alle anderen waren regelrecht getaktet mit 60 Schlägen pro Minute, dem Puls des Herzens in Ruhe. Dies entspricht eher dem magischen, vital beruhigenden Geschehen.
    Mit der integralen Musik in Übereinstimmung aber waren oft die Fragmentationen des musikalischen Gedankens, nämlich aus dem Nichts beginnend, wieder im Nichts endend. Dies erschien mir aber eher der Zeitlosigkeit geschuldet als der Zeitfreiheit. Auch hier Zweifel an der richtigen Einschätzung.
    Auch waren die Beispiele eher sehr tonal, melodisch, einfühlsam, schöne Bilder evozierend.
    Dies entspricht dem mythischen Bilderleben. Integrale Musik ist atonal und nicht mehr in den Raum der Harmonik eingebettet (Grundton etc). Sie ist raumfrei. Und frei herausgesagt, für den gängigen Musikgeschmack oft auch nur sehr schwer zu ertragen, für viele unverständlich.
    Mir scheint für Menschen im grünen Bereich ist die vorgestellte Musik aber durchaus hilfreich.
    Aber bitte, man möge daran denken, dass hier eine Prä/Trans-Verwechslung vorliegt.
    Menschen ab Grün wissen durchaus, dass sie auch die früheren Bewusstseinsfrequenzen erleben können, nützlich um in Trance fallen zu können oder zu meditieren, so vielleicht ein Gipfelerlebnis zu erreichen, welches nicht mühsam erarbeitet wurde.
    In der Musiktherapie werden z.B. Suchtkranke niemals mit harmonischen Klängen behandelt. Dies würde ja gerade ihr Sehnen nach allumfassendem Wohlfühlbefinden, sonst durch Suchtmittel erreicht, vorgaukeln, aber das eigene Ich nur weiter vernebeln.
    Die Eroberung der integralen Musik ist im vollen Gange. Die meisten modernen Komponisten suchen sich den Zugang über die oben genannten Punkte, atonal, a-rhythmisch, fragmentarisch.
    Es gibt wenige, die schon auf der Zielgerade sind. Viele erleben aber nur ein wüstes Chaos, welches gerade den Übergang zum neuen Bewusstsein charakterisiert, aber irgendwie auch gescheitert ist.
    Einmal habe ich eine Klaviermusik gehört, die meinem Verständnis zum Tor des Integralen öffnete. Ich werde versuchen davon ein Tondokument zu bekommen.
    Das Integrale Bewusstsein macht doch gerade aus, dass das Ich voll erhalten bleibt. Es gibt keine Vernebelung im Alles-Einssein, Verschmelzung. Jesus war ein Mensch mit einem ICH, blieb es, wurde aber zusätzlich zum Christus durch Evidenz des Seins im ewigen Geist.

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    1. Liebe Eva, danke für deine Einschätzung! Ich schrieb ja ebenfalls, dass es nicht leicht sein dürfte, derartige Musik zu finden. Daher sind in meinem Artikel andere Auswahlkriterien genannt, die den obigen Beispielen zugrunde liegen: entweder von a) einem integralen Bewusstsein geschaffen, b) Inhalt mit einem integralen Bewusstsein kompatibel (sagen wir mal salopp: erträglich! darunter fiele auch, wenn jemand alte Kirchenlieder mit neuen Texten versehen würde), c) jegliche Musik, die dazu geeignet ist, uns von unserem (grobstofflichen) Wachbewusstsein in einen subtilen und dann kausalen Bewusstseinszustand zu überführen. Da fällt dann natürlich auch magisch/mythisches darunter. Liebe Grüße

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      1. natürlich steht hier im Vordergrund Musik, die hilft ins höher frequente Bewusstsein zu gelangen. das war schon immer so und wird wohl auch so bleiben.
        Ich wollte keine böse Kritik, bin bloß der festen Meinung, dass Integrale Musik, soweit sie überhaupt schon geschaffen ist, den wenigsten helfen wird, da die Musiker selbst noch danach suchen und oft nur den Weg durch das notwendig entstehende Chaos versuchen, oft auch scheitern.
        Wenn es aber weiter um magisch/mythisch geht, der eigentliche Bereich der Musik, so müssen wir doch nicht Neues suchen.
        Meditationsmusik gibt es wie (immer noch) Sand am Meer, ist oft nicht einmal künstlerisch wertvoll, und damit des Integralen nicht würdig.
        Warum greifen wir nicht zur Gregorianik, vielleicht sogar orthodoxe Kirchenmusik, wie Du vorschlägst?
        Sie ist ECHT! Warum nicht auch in Latein als Repräsentant der ewigen Sprache?
        Um zu verdeutlichen, was ich sagen will: die Europa-Hymne, ein Schlager vor vielen Jahren – song of joy, das sind verkürzte Wiedergaben, immer auf den Ohrwürmern hängenbleibend, Rhythmisch untermalt.
        Aber das weist nicht in die eigentliche Weite dessen, was Beethoven seelisch-geistig geäußert hat. Hörst Du den 4. Satz der Neunten zum hundertsten Mal, so findest Du immer noch etwas Neues…, den Ohrwurm aber kannst Du irgendwann nicht mehr hören, so wie es einem auch mit Meditationsmusik ergeht. Man wird aggressiv.
        Musik ist niemals ein Mittel zum… sie selbst ist tiefste Erkenntnis.

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  3. Ach, da fällt mir ein, ich war bei nachfolgender Uraufführung, ein elementares Erlebnis, das durchaus integrale Qualitäten hatte:

    Als „ein riesiges Experiment“ bezeichnet der australische Komponist und Hochschulabsolvent Alex Vaughan sein neues Werk „Meowlam-Ad-Owlam“ (hebräisch, „Von Ewigkeit zu Ewigkeit“). Es erklingt als Uraufführung im Rahmen des Sinfoniekonzerts des Hochschulorchesters am Donnerstag, 7. Februar 2019 um 19:30 Uhr in der Weimarhalle unter der Leitung von Prof. Nicolás Pasquet. … Zu Beginn des Konzerts gibt es eine Werkeinführung mit dem Komponisten sowie dem Musikwissenschaftler Prof. Dr. Albrecht von Massow. …

    Die Uraufführung von „Meowlam-Ad-Owlam“ markiert zugleich den Abschluss des Konzertexamens seines Schöpfers an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Alex Vaughan (*1987) hat sein Stück als „orchestrale Studie“ angelegt, das Übergänge zwischen musikalischen Mikro- und Makro-Strukturen thematisiert. Entwicklungen und Übergänge erreicht er dabei vor allem durch Verzögerungen und Beschleunigungen. „Die Ewigkeit wird durch verschiedene Verdichtungen und Dehnungen der Zeit dargestellt“, erklärt der Komponist. „Das Stück besteht aus einer bruchlosen strukturellen Entwicklung vom Anfang bis zum Ende. Das Werk kann auch als ein Fragment einer größeren strukturellen Evolution empfunden werden, die theoretisch endlos in die Vergangenheit und in die Zukunft übergehen könnte.“

    Herzliche Grüße
    Wiebke

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  4. Wenn ich das richtig einordne, geht es nicht nur darum, was zu einer (integralen) Stufe passt, sondern grundsätzlich, wie man Musik bzw. Klang für eine Entwicklung nutzen kann. Die Quantenphysik scheint erwiesen zu haben, dass Materie gleichzeitig Schwingung ist (Teilchen-Welle-Dualismus), und Schwingung ist immer auch Klang. D.h. Materie ist immer auch Klang (ja, also auch ein Tisch oder Stuhl haben einen Klang). Die Inder geben hier dem Ur-Klang oder Schöpfungsklang A-U-M einen besonderen Stellenwert (man wird erinnert an „Am Anfang war das Wort“), das deswegen zur körperlichen und psychischen Stabilisierung genutzt wird. Desweiteren wurde das im alten Indien „wissenschaftlich“ betrieben, und nennt sich Nada-Yoga. Mein Wissen darüber ist begrenzt, und ein Klangbeispiel nicht bekannt, würde mich aber sehr interessieren wenn jemand da was weiß.

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    1. Das ist die Polarität von Materie und Energie, Welle und Teilchen, Geist und Materie.
      Auch ist bekannt, dass selbst der Erde in den Sphärenklängen ein Ton zugeordnet ist. Es ist das G, auch sol genannt.
      Oktaviert man ein Orchester-G zig(?)- mal nach unten, so kommt man zum Erdenton. Hängt der Begriff für die Erde, Gaya, damit zusammen?
      Ich benutze in der Therapie manchmal ein Monochord, welches auf G gestimmt ist. Die irisierenden Obertöne führen einen schon in andere Welten. Bei Menschen im appalischem Syndrom führt dies zu dem musikalischen Bogen mitlebenden Atmen des Kranken.

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