Worum geht es im Christentum?

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Viele Kirchgänger meinen, es gehe im Christentum darum, etwas bestimmtes zu glauben: Die einzelnen Punkte des Glaubensbekenntnisses oder noch schlimmer, das, was der Pfarrer sagt. Tatsächlich erweckt der Großteil unserer Gottesdienste noch heute diesen Eindruck. Und ja, es ist sicherlich nicht grundfalsch, dass die Kirche Menschen zusammenführt, die bestimmte Überzeugungen verbindet – auch deshalb müssen ja manche Menschen mehrfach ihre Gemeinde wechseln, weil sie es in einer Gemeinde nicht mehr aushalten, sobald sie sich in ihrem Denken und Glauben weiter entwickelt haben.

Andere meinen, es gehe im Christentum vor allem darum, etwas bestimmtes zu tun, um dadurch ein besserer Mensch zu werden, ein Mensch, der Jesus ähnlich handele. Manche Moralpredigt kann diesen Eindruck erwecken.

Wieder andere meinen, dass im Gegenteil schon dieses Bemühen „ein besserer Mensch zu werden“ Sünde und ein völlig aussichtsloses Unterfangen ist und dass es eigentlich lediglich darum gehe, vor Jesus oder Gott die eigene vollständige Nichtigkeit zu erkennen und um Errettung aus dieser Lage zu bitten.

Gleichzeitig ist alles „furchtbar einseitig.“ (Um zwei meiner Lieblingsworte Ken Wilbers zu verwenden).

Integrale Christen meinen, dass es darum gehe, Christusbewusstsein zu erlangen. Aber was bedeutet das? So zu denken, zu fühlen und zu handeln wie Jesus, oder?

Aber STOP!

Viele meinen, das passiere, indem wir uns anstrengen, versuchen, das nachzuahmen, was wir am Sonntag in der Predigt über ihn gehört oder in der Bibel gelesen haben, zu versuchen, zu verstehen, was er mit diesem oder jenem gemeint haben könnte, uns in dieser oder jenen Situation jesus-ähnlicher zu verhalten.

Puhhhh!!! Das ist anstrengend. Und aus meiner Erfahrung mit Leuten aus der Kirchengemeinde und vor allem mit mir selbst: Das funktioniert auch nur sehr bedingt. Häufig macht es uns verbissen, frustriert und unbefriedigt zurück, lässt uns klein, unvollständig und fehlerhaft fühlen.

Also nochmal von vorn.

Leg deine Hand aufs Herz und frage dich: Warum bist DU Christ?

Warte einen Moment, ob du eine Antwort vernimmst. Wenn es dir schwer fällt, gehe vor den Spiegel, schau dir selbst in die Augen und stell dir die Frage noch einmal.

Und? Was kam heraus?

Weil in deinem Dorf alle Christen sind, weil deine Oma dich so erzogen hat und weil du das einfach so gewohnt bist?

„Wenn ich nur deshalb Christ bin, weil ich in einer christlichen Familie und in einer von christlicher Kultur geprägten Umwelt geboren und aufgewachsen bin, mich an sie gewöhnt und sie lieb gewonnen habe, und wenn alle andere allein aus diesem einzigen Grund bei ihren diversen anderen Glaubensbekenntnissen bleiben, dann werden alle Bekenntnisse auf der Welt leer und bedingt, ein zufälliges Ergebnis der historischen Umstände, und wir haben keinerlei Garantie dafür, dass eines von ihnen wahr wäre.“

Auszug aus: Simon Frank. Mit uns ist Gott. Drei Betrachtungen. In eigener Übersetzung aus dem Russischen.

Aber vielleicht gibt es doch noch einen anderen Grund, der bei dir aufgetaucht ist?

Findest du ja auch irgendetwas an Jesus Christus anziehend, spannend, faszinierend, nachahmenswert, bewundernswert?

Worum geht es also im Christentum?

UM DICH!

Du würdest gerne so sein wie Jesus: Vielleicht so hilfsbereit, so edel, so mutig, so weise, so liebend. Das aber heißt, dass es bereits irgendetwas in dir gibt, dass in Resonanz damit geht. Du liebst und schätzt bereits Hilfbereitschaft, Mut, Weisheit, was auch immer. Das, was dir spontan auf die Frage einfiel, wird das sein, was in dir selbst bereits am meisten vorhanden ist.

Vielleicht geht eher darum: Den Jesus Christus in uns selbst entdecken, ihn aufspüren, ihn entfalten, ihn leben. Nicht jemand anderem Hinterhecheln, der du eh nie werden kannst (wenn du eine Frau bist, Jesus war nun mal ein Mann, wenn du im Jahr 2018 lebst, Jesus hat nun mal wann anders gelebt, wenn du gut deutsch kannst, Jesus hat nun mal aramäisch gesprochen etc… und ja: Du bist nicht Jesus! Du und niemand werden sei wie Jesus, weil Jesus eine andere Person ist, nichts weiter)

Aber nicht, weil er Gottes Sohn ist und du nur ein kleines Würmchen Erde. NEIN!

Jesus hat zeit seines Lebens versucht, anderen klar zu machen, dass sie ebenso wie er selbst Gottes Söhne und Töchter sind. Doch es ist leichter, jemanden auf den Sockel zu stellen und zu bewundern, als in mich zu gehen und nach dem zu forschen, was genau ich da eigentlich bewundere und es so in mein eigenes Leben zu holen.

Anstatt deine größte Sehnsucht auf eine andere Person zu richten, deine Macht abzugeben und dein Leben ungelebt zu lassen, zu erkennen, dass DU die Quelle dieser Sehnsucht bist, dass DU die Quelle dieser Liebe bist, dass du das, was du am meisten bewunderst, selbst tun darfst.

Es geht also um Schattenarbeit – doch nicht um den negativen, sondern den positiven Schatten, den wir ebenso gerne verdrängen. (Das schreibt jemand, der ständig Projektionen auf andere richtet, um sich selbst besser verleugnen zu können.)

Paul Smith beschreibt dies in  „Integral Christiantity“: Auf der integralen Bewusstseinsstufe werde uns klar, dass Jesus auf früheren Bewusstseinsstufen als Projektionsfläche für unsere eigene Göttlichkeit gedient habe, d.h. etwas, was in uns ist, wurde nach außen projiziert. Nur durch Schattenarbeit könnten wir diese Projektion zurücknehmen und unsere eigene Göttlichkeit erkennen.

„Wer bin ich? Was bin ich? Warum bin ich hier? Das sind die grundlegendsten Fragen, um deren Beantwortung es im Leben geht. Für die meiste Zeit meines Lebens glaubte ich, ich wäre ein menschliches Wesen auf einer spirituellen Reise. Ich habe es nicht nur geglaubt, ich habe danach gehandelt, mich tief um spirituelle Belange bemühend. Für eine gewisse Zeitspanne diente mir diese Überzeugung und ich bin dankbar für diese Phase. Nun glaube ich, dass ich falsch lag. Ich lag nicht nur falsch, sondern 180 Grad falsch. Als ich zu dieser Schlussfolgerung kam, habe ich meine Meinung geändert – oder, in biblischen Begriffen, tat ich Buße und kehrte um. Heute glaube ich, dass ich ein spirituelles Wesen auf einer menschlichen Reise bin. […] Davor dachte ich, Jesus wäre die einzige Person, die ein spirituelles Wesen auf einer menschlichen Reise sei. […] Heute habe ich aufgehört, zu versuchen, ein spirituelles Wesen zu werden. Ich habe aufgehört, weil ich begriffen habe, dass ich bereits ein spirituelles Wesen bin – und immer war! Ich habe begriffen, dass ich schon wie Jesus bin, was meine wahre Identität und mein inneres Selbst betrifft.“

Paul Smith, Integral Christianity. Eigene Übersetzung aus dem Englischen.

Der einzige und gigantische Unterschied zwischen ihm und Jesus sei, dass Jesus dies sein ganzes Leben lang gewusst und dieses Wissen in seinem ganzen Leben manifestiert habe. Er habe es für die meiste Zeit seines Lebens nicht gewusst und auch heute tendiere er dazu, es immer wieder zu vergessen. Doch das Gebet helfe ihm dabei, sich daran zu erinnern.

Was ist es also, was dich persönlich an Jesus so fasziniert? Oder: Welcher Film läuft bei dir automatisch ab, wenn du an Jesus denkst?

Mir fällt da immer eine Kindheitserinnerung ein, in der meine Mutter davon sprach, dass Jesus meinte, man solle auch seine Feinde lieben. Das ist eigentlich auch alles, was sie, die mich nie religiös erziehen wollte, groß von ihm gesagt hat – aber es muss wie Bombe bei mir eingeschlagen sein, denn die universelle Liebe ist ein Thema, das mich bis heute Tag für Tag beschäftigt…

Bild von Mohamed Hassan, Pixabay

7 Kommentare

  1. Für mich ist Christ-Sein eine Bewusstseinsstufe und zugleich eine Entwicklungsstufe im Rahmen des menschlichen Entwicklungsweges. Ob es über Christus – also dessen heutiges (für uns nicht einmal vorstellbares) Bewusstsein hinaus noch weitere gibt, weiß ich nicht, aber ich kann es mir vorstellen. Denn auch Christus entwickelt sich weiter.

    Wie alle Hierarchien.
    
Auch die menschliche, die zehnte.
    Diese Bewusstseinsstufe ist für mich überkonfessionell.

    Warum ich Christ sein will?
    Ein Mensch hat im Grunde gar keine andere Wahl, wenn er nicht an der luziferischen Bewusstseinsstufe zugrunde gehen will (der wir als Menschen bis Golgatha mehr oder weniger hilflos ausgeliefert waren). – ich glaube, sie endet seelisch tödlich.
    
Christsein bedeutet für mich zu erkennen, dass es gilt, den Auferstehungsleib Christi anziehen zu dürfen, den Weg zu gehen, den er gegangen ist, um über das Sterben des eigenen Ego der neue Mensch zu werden, der zweite Adam, von dem Paulus spricht.
    Nicht die Lehre Christi ist für mich das Entscheidende, die finden wir auch im Buddhismus, im Achtfachen Pfad wunderbar angesprochen.

    Aber was der Buddhismus nicht mit sich bringt, ist, dass ein Gott auf die Erde kommt, um das bis dahin regierende Bewusstsein Luzifer zu entmachten, das so viele Menschen in Beschlag nimmt.

    Das ist für mich das Entscheidende.
    Und noch etwas:
    Christus hat im Grunde die Materie geheiligt, etwas, dem sich der Buddhismus entwinden wollte mit dem Ausstieg aus dem Rad der Wiedergeburten.
    Mit Christus heiligt ein Gott die Erde.
 Und alles auf der Erde sollte den Menschen heilig sein (was es als göttliche Schöpfung eh schon längst hätte sein sollen).
    Luzifer hat ja noch weiteren kosmischen Energien das Tor geöffnet, und zur Zeit toben sie mittels des Virus, um die Sicht der Menschen auf ein Christusbewusstsein zu verstellen.
    Ich finde übrigens, dass alle wunderbaren Theorien, die es gibt, die eindeutige Tendenz haben, sich zwischen Christus und die eigene Seele zu schieben. Man hat ein wohliges Gefühl, wenn man mit so tollen Begriffen wie Schattenarbeit und integrale Theologie umgehen kann; aber es ist wichtiger, erst einmal das Vater Unser wirklich zu verstehen. „Unser täglich Brot gib uns heute“, bedeutet, dass wir täglich um den Leib Christi bitten.
    Wenn wir einmal am Tag ganz bewusst (und nicht nur heruntergebetet) mit ihm an diesem Tisch sitzen und sein Brot essen, brauchen wir keine Theorien.

    Es ist wichtiger Christus zu fühlen.

    Es ist aber auch wichtig, ihn zu denken. In einem reinen, klaren Denken.
    Warum ich Jesus bewundere? Weil er bisher der einzige Mensch war, der Christus (im Rahmen der Jordantaufe) aufnehmen konnte. Dies tun zu können, setzt voraus, dass man Körper, Seele und Geist so vorbereitet hat, dass ein Gott in einem menschlichen Körper Einzug halten kann. Dazu muss man von jenem Übel erlöst sein, von dem das Vater unser spricht im Sinne des Paulus: Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.
    Mein Ich ist nicht das Christus-Ich. Das ist jenes Ich, das sich aus seinen Initialen zusammensetzt: I(Jesus)-CH(Christus).
    Daran sieht man auch, welches Bewusstsein eigentlich in der deutschen Sprache sich verbirgt. So wenige Menschen wissen das. 

    Das zu leben ist wichtiger als alle Theorie.

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    1. Vielen Dank für diese ausführlichen Ergänzungen und deine Sicht der Dinge, die für mich zu lesen sehr interessant war. Danke besonders für den Hinweis mit dem „Ich“ – davon hatte ich tatsächlich noch nie gehört, es ist aber wunderbar! Mir ist nur nicht ganz klar geworden, was du mit dem „luziferischen Bewusstsein“ meinst – ist es einfach das Gegenteil vom Christusbewusstsein? Sei lieb gegrüßt

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      1. Mit dem luziferischen Bewusstsein meine ich die Folge von dem, was man gemeinhin als Sündenfall bezeichnet. Bis dahin war ja der Mensch ein Bild Gottes, Adam Kadmon, wie die Kabbala uns wissen lässt, ein Geistwesen, ungleich dimensionierter als wir es sind. Dadurch, dass wir uns auf Luzifer einließen gingen wir mehrheitlich, wie ich denke, den Kainsweg, der mit Leid, Krankheit, Irrungen und Tod verbunden ist. Und eine Folge war auch unsere physische Existenz, die es ohne Luzifer nicht gegeben hätte. Physisch sind wir auch, verglichen mit unserem Geistwesen, gewaltig geschrumpft 🙂 Noch dazu kommt, dass die Menschen in aller Regel diesen Blick auf unser Geistwesen verloren haben, etwas, was Kant, Schiller und die Esoterik „Höheres Selbst“ nennen und Hölderlin „die Unbekannte“ nennt, das Ewig Weibliche. 
Mit Christus können wir Leid, Krankheit und Tod überwinden, aber es ist ein langer Weg, an dessen Ende allerdings ein Bewusstsein steht, dass in dieser Form im Kosmos nur der Mensch hat, keine andere der Hierarchien, die allerdings daran heftig mitgearbeitet haben und es noch tun, damit es gelingen möge.
        Liebe Grüße!

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  2. Warum bin ich Christ?

    Weil ich in einem christlichen Umfeld aufgewachsen bin. Daraus mache ich auch kein Geheimnis. Wenn ich irgendwo im Nahen Osten aufgewachsen wäre, wäre ich wohl Muslim oder Jude, weiter östlich in Asien Hindu oder Buddhist. Nach einer Phase, in der ich mich auch stärker für einige der anderen Weltreligionen interessiert habe, auch mit der Idee, das Gemeinsame aller dieser Religionen als das vielleicht wirklich Wahre herauszufiltern, habe ich festgestellt, dass das nicht funktioniert. Ich habe dann für mich entschieden, auf dem christlichen Weg weiterzusuchen, ohne damit die anderen abwerten zu wollen. Für einen sehr dogmatischen oder konfessionell-sektiererischen Glauben bin ich allerdings nicht mehr zu gebrauchen.

    Welcher Film läuft ab, wenn ich an Jesus denke?

    Der Film eines unmittelbar faszinierenden und sehr beeindruckenden Mannes, der Menschen Gott nahebringt. Ein Beter, ein Faster, ein Asket, ein Sektierer, ein Prophet, ein Mensch mit scharfer Intelligenz und geschliffener Rhetorik, der die versteinerten Regeln des jüdischen Gesetzes dynamisiert, der immer den unmittelbaren Weg zum Menschen findet, die Verkörperung der Macht der Liebe, die die konventionelle Macht überwindet. Gleichzeitig ein Liebhaber des Lebens, des Genusses, des Feierns und der Frauen. Dann das Bild des Gekreuzigten. Die Macht hat zurückgeschlagen, eine kleine Intrige und die übliche Brutalität des römischen Reichs haben ihn kurzerhand erledigt. So scheint es. Und dann meine Lieblings-Auferstehungsgeschichte, die der Emmaus-Jünger, und die nicht zu leugnende Tatsache, dass er eben auch heute noch, lange nach dem Zerfall des Imperium Romanum, Menschen, auch mich, fasziniert und beeinflusst.

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  3. Großes Thema. „Universelle Liebe“: Da bist du ganz nah dran. Ich glaube, dass Gott in allem wirkt, in der gesamten Schöpfung. Jesus aber hat eine große Last von uns Menschen genommen: Indem er das größte Leid erlitt, hat er uns gezeigt, wie klein unser Gejammer und unsere Wehwehchen eigentlich sind.

    Da könnte man lange drüber diskutieren. Ich wünsch dir weiterhin viel Freude, dich mit dem Christentum auseinander zu setzen. Wir reden immer von „Glauben“, dabei ist es eigenlich Wissen und Wahrheit.

    Doch wer Gotter erklären möchte, der kann nur fehlgehen. Wir kennen sein Wirken, aber nicht den tieferen Sinn und Zweck. Gott wird uns immer unerklärlich bleiben: „Du sollst dir kein Bild machen“.

    Ich bin christlich getauft und erzogen, aber ich denke, man muss kein christlicher Mensch sein, um ein guter Mensch zu sein. Gott liebt jeden Menschen und Gott lebt in jedem Menschen. Ist nicht alles gut, was die Weltreligionen aus ihm gemacht haben, um Macht über den Menschen zu bekommen.

    Nur meine persönliche Erkenntnis und Meinung.

    Alles Liebe, Sven ❤

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  4. Durch eindringliche Erlebnisse und Erfahrungen als sogenannter Stellvertreter bei zahlreichen Familienaufstellungen hat sich bei mir vor Jahren der Wunsch entwickelt, möglichst bewusst Einsichten in seelisch-geistige Bereiche zu erhalten.
    Entscheidend war dabei besonders eine Situation, in der ich einen Bewusstseinszustand erfahren durfte, den ich im Nachhinein als Christusbewusstsein bezeichnen möchte.
    Ich gründete eine Interessengruppe, die seit 2007 regelmäßig – mit unterschiedlichen Teilnehmern – verschiedenste Aspekte des Daseins klären möchte. Wir lassen uns wie bei einer Aufstellung intuitiv auf die gefühlten Impulse ein. Aufgrund der besonderen Thematik gibt es bei uns jedoch keinen menschlichen Leiter und keine Klienten. Wir überlassen dem Geist Gottes die Führung. Durch „Zufall“ machten wir in der Anfangsphase der Treffen die Erfahrung, dass es als Anstoß reicht, wenn nur der, der sich ein Thema überlegt hat, es als Anliegen innerlich formuliert. Ohne dass die anderen Teilnehmer wissen, worum es geht, vollzieht sich anschließend durch die Bereitschaft, sich stellvertretend und empfangend zur Verfügung zu stellen, ein Geschehen, das weitgehende Empfindungen und Einblicke verschafft. Aufgrund der besonderen Vorgehensweise und dem, was sich dadurch zeigt, nennen wir das Vorgehen: „Bewegungen zum Geist“.
    Wegen den intensiven seelisch-geistigen Eindrücken und den weitreichenden Einblicken, die sich durch die „Bewegungen zum Geist“ ergeben, habe ich ein Buch geschrieben, in dem die Entwicklung zu der Vorgehensweise und wichtige Themen dokumentiert werden. Es hat den Titel: „Bewegungen zum Geist – Dialog mit Gott“. Es ist 2010 im Reichl Verlag erschienen.
    Die schöpferische geistige Kraft Gottes und ihre Auswirkungen, als auch die mangelnde Verbindung mit Gott und Seiner Kraft, und auch diese Auswirkungen, sind bei unseren Treffen immer wieder auftauchende Aspekte, die durch verschiedene Themen erlebt worden sind (u.a.: „Was ist unser ursprünglichstes Trauma“. Hier zeigte sich als wesentlicher Aspekt, dass unsere selbstgewählte Trennung von Gott – zur Zeit unseres „Geist-Daseins“ – das Trauma auslöste. Gleichermaßen wurde weiterhin ein Mangel an selbstverantwortlicher Schuld-Erkenntnis und Bekenntnis hinsichtlich dieses Verhaltens bis in die Gegenwart erfahren). So kann man die ursprünglichsten und gegenwärtigen „Schatten“ des menschlichen Wesens erleben und erkennen, als auch in wieweit sie bei einem selbst noch Wirkung haben. Es sind aufhellende Einsichten, wie sie inhaltlich vergleichbar durch Wort-Vermittlung in der Bibel und Offenbarungstexten geschildert sind. Man bleibt jedoch nicht bei dieser „buchstäblichen“ Beziehung stehen, sondern wird durch den persönlich erfahrbaren Geist Gottes weitergeführt, indem wir uns intuitiv gegenüber Seinem Geist öffnen. So erleben wir Gott nicht nur als übergeordnete „Kraft“, sondern als DU, was eine permanente unmittelbare (im wahrsten Sinn des Wortes) Verbindung mit uns in einem ständigen Prozess unseres „Werdens“ haben möchte. An dieser liebevollen und aufklärerischen Haltung können wir dialogisch teilnehmen. So haben wir die enorme Gelegenheit, unser Selbst aus der Sicht Gottes besser zu erkennen, und in Seinem Sinne zu verändern. Man erhält Kenntnis von Seins-Zuständen und notwendige Möglichkeiten zur Überwindung und Lösung von allgemeinen als auch persönlichen Problemen. Ich sehe darin eine große Chance, den Sinn des Lebens als lebendige Gemeinschaft zu stärken und voranzubringen.

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    1. Wow! Das klingt sehr spannend für mich. Danke fürs Teilen deiner Erfahrungen, und wunderbar beschrieben!!! Wenn du magst, stelle ich hier gerne dein Buch vor – du kannst es mir gerne zuschicken für eine Rezension. Liebe Grüße

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