Typologien

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Manche mögen keine Typologien. Oder sie mögen zumindest nicht, sich einem Typ zuordnen zu müssen. Sie empfinden das als falsch, einengend oder gar erniedrigend. Wenn ich ein Typ bin, kann ich nämlich nicht gleichzeitig ein anderer sein. Denn Typen schließen sich, zumindest im Regelfall, gegenseitig aus: Ich kann nicht zugleich Mann UND Frau sein (intergeschlechtlich ist mit dieser Bemerkung nicht gemeint, ich hoffe, ihr kriegt den Punkt), zugleich blond und brünett, zugleich die Enneagramm vier und neun, zugleich schlank und üppig, zugleich eine junge und alte Seele, zugleich Blutgruppe A und O etc.pp. Ich bin also zumindest, was manche Aspekte angeht, ein Leben lang dazu verdammt, darin steckenzubleiben.

Und ja, MANCHMAL ändern sich auch gewisse Typen: Mein Sohn kam mit dunkelbraunen Haaren zur Welt, jetzt sind sie plötzlich hellblond, manche Frauen werden zu einem Mann und umgekehrt, und manchmal werden auch üppige dünn oder manche Neurosen werden weniger nervig. Und bei manchen Typologien ist es schwer, zu sagen, ob dieser nicht eher in Wirklichkeit Stufen sind: Z.B. bei den Lerntypen, die Clare W. Graves, der Forscher hinter Spiral Dynamics, den unterschiedlichen Werte-Memen zuweist. Und bei den Archetypen der Seele, den Temperamenten, den Lebensprinzipien etc. sind wir von allem ein Mischtyp…

Wozu also all diese Typologien? Ist das nicht reine Willkür? Viele Theorien konnten bisher wissenschaftlich nicht hinreichend untermauert werden.

Und doch gibt es da, diesen Moment. Wenn etwas in dir sagt: Hier fühle ich mich erkannt. Da hat etwas mit mir zu tun. Oder das, das ist doch eindeutig der und der – jetzt weiß ich endlich, warum der so tickt!

Und ein Vorteil ist: Wenn du weißt, was für ein Typ du bist, kannst du mehr bei dir ankommen. Du bist eben NICHT wie die anderen. Du erkennst, du darfst du selbst sein, denn der Charakter Typ INFP ist nun mal nicht extro-, sondern introvertiert. Und Frauen haben nun mal im Regelfall Brüste, ihre Tage und typisch weibliche „Problemchen“, die es sich am besten unter ihresgleichen besprechen lässt.

Wenn mir eines immer klarer wird, dann das, dass alle Elemente der integralen Theologie eine Chance bieten. Die Chance, mich, mein Leben, die anderen Menschen und die Welt als ganzes mehr und mehr so anzunehmen, wie sie ist und mehr oder weniger adäquat darauf zu reagieren.

Wenn du also gerne ganz bei dir ankommen, noch authentischer werden, deine zwischenmenschlichen Probleme besser verstehen, deine Berufung ahnen möchtest, erscheinen mir Typologien als äußerst hilfreiches Werkzeug. Die Erkenntnis deines Typs verhindert nicht dein Wachstum, sondern ermöglicht es erst.

Weil ich es mittlerweile so pragmatisch sehe, ist mir auch schnurz, aus welcher Quelle eine Typologie stammt: Ob es der Biologe oder Mediziner ist, eine ehemalige Geheimlehre, die Durchsage einer „kausalen Wesenheit“ oder gar die Bibel: Wenn ich damit in Resonanz gehen kann, und es mir hilft, mich und andere Menschen dadurch besser zu verstehen und anders (besser) mit diesen umzugehen, bin ich einfach nur dankbar dafür. Und wenn es gerade nicht passt: Auch gut.

Ken Wilber schreibt für meinen Geschmack übrigens herzlich wenig über die verschiedenen Typologien. Denn eigentlich ist das eine wahre Schatzkiste [übrigens auch für die Schattenarbeit].

Hier mal eine Sammlung, die vielleicht eine Ahnung aufkommen lässt, wozu Typologien gut sein könnten, was für verschiedenartige Typologien es gibt (ich bin wirklich begeistert über diese Fülle und den Einfallsreichtum des GEISTES/Gottes!!) und wozu diese jeweils alles gut sein könnten.

Äußerst interessiert finde ich übrigens auch die jeweilige prozentuale Häufigkeit eines Typs in unserer Gesellschaft – z.B. ca. 37 % Blutgruppe A+, weniger als 2 % INFJ Persönlichkeiten etc. Da kommt das Systematische mit ins Spiel…

  • Geistliche Gaben (aus der Bibel abgeleitet, siehe v.a. Röm 12 u. 1. Kor. 12)
    • Unterscheidung der Geister
    • Ermutigung/Ermahnung
    • Geben
    • Führung
    • Heilung
    • Hirte
    • Prophetie
    • Dienen
    • Lehren
    • Weisheit etc.

Wenn ihr noch weitere wichtige Typologien oder bessere Quellen dazu wisst, lasst es mich bitte unten in den Kommentaren wissen, damit ich die Liste weiter ergänzen kann!

Und nun viel wünsch ich euch viel Spaß beim Entdecken und der Selbsterforschung :-)!

Wenn ihr noch tiefer in die Theorie hinter den „Typen“ einsteigen möchtet, empfehle ich diesen Artikel hier: https://www.integralesforum.org/medien/integrale-bibliothek/theorie-grundlagen/3918-typen-und-typologien

Bild von Nikita 7, Pixabay.

6 Kommentare

    1. Habe gerade den Blog gelesen und muß etwas widersprechen: während die Archetypen der Seele tatsächlich Typen sind, sind die 5 (respektive 7) Seelenalter ganz klar Ebenen: man durchläuft sie nacheinander von der Babyseele bis zur alten, und zwar genau in dieser Reihenfolge, also hierarchisch (während Typen heterarchisch sind). Hasselmann/Schmolke sind also eine kombinierte Typen-Ebenen-Lehre. Außerdem kennen sie auch noch Zustände – diese Kombination von 3 Dimensionen macht sie so viel interessanter als andere eindimensionale Typenlehren und so gut kombinierbar mit der integralen Theorie 😉

      Gefällt 1 Person

  1. Danke, liebe Sandra, für deinen interessanten Beitrag…

    Im Moment bin ich mit der Ausarbeitung eines Seminars für Spiritualität und Mystik für ein Seniorenstudium beschäftigt…

    Aber nun fahre ich erst einmal an einen stillen Ort in den südlichen Marken, um mich wieder etwas mehr leer zu machen…

    Raum für Neues zu schaffen… den Geist wehen zu lassen…

     

    Gerne höre ich wieder von Dir

    Liebe Grüße von Johannes

     

     

     

    Gefällt 1 Person

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