Was ist Gott?

Tilmann Haberer, zusammen mit Marion Küstenmacher Autor von „Gott 9.0“, mit einer Predigt zum Thema: „Was ist Gott?“

Großstadtpredigten

Diese Predigt ist inspiriert von einem Vortrag von Marcus J. Borg, „What is God?“ Borg bringt in diesem kurzen Vortrag vieles auf den Punkt, was ich seit langem denke und worüber ich seit langem rede und predige. Am 5. August 2018 habe ich mein gegenwärtiges Bild von Gott in eine Themenpredigt gefasst.

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Was ist Gott?

Liebe Gemeinde, das scheint ja eine eher unpassende Frage zu sein – in einem Gottesdienst! Sollte nicht sonnenklar sein, wen oder was wir hier feiern, wenn wir zum Gottesdienst zusammenkommen?

Meine erste Antwort: Schön wär’s! Schön wär’s, wenn alle, die hier heute anwesend sind, auf Anhieb erklären könnten, was sie meinen, wenn sie das Wort „Gott“ aussprechen.

Aber auch wenn das so sein sollte. Selbst wenn ihr alle eine schlüssige Antwort parat hättet auf die Frage: „Was ist Gott?“ – selbst dann ist es kein Schaden, sich einmal…

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Integrale Theologie

Christian Schmill auf seinem Blog zum Thema „Integrale Theologie“.

schmillblog

weltreligionen Auf der Welt vorherrschende Religionen, nach Staaten – Quelle: Wikipedia; von Neitram [public domain]

„Integrale Theologie“ (oder „integral theology“). – Macht der Ausdruck Sinn? Braucht man, wenn man von der Integralen Theorie ausgeht, überhaupt noch Theologie?

Falls ja, wie müsste eine Integrale Theologie dann aussehen?

Theologie

Was war das noch mal, „Theologie“?

Theologie (griechisch θεολογία theología, von θεός theós ‚Gott‘ und λόγος lógos ‚Wort, Rede, Lehre‘) bedeutet „die Lehre von Gott“ oder Göttern im Allgemeinen und die Lehren vom Inhalt eines spezifischen religiösen Glaubens und seinen Glaubensdokumenten im Besonderen.

(Wikipedia)

Theologie an wissenschaftlichen Einrichtungen ist oft konfessionelle Theologie (Ev. Theologie, Kath. Theologie, …) und beschäftigt sich viel mit alten Dingen: Alte Sprachen, antike heilige Texte, Alte Geschichte, Kirchengeschichte, …

Was aber ist mit der religiösen Alltagswirklichkeit und der Zukunft? Müsste die praktische Theologie und die Eschatologie nicht mehr Gewicht in der theologischen Ausbildung haben? Wie sieht es aus…

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Religion als Förderband: Mittel zur Bewusstseinsentwicklung der Menschheit

Vor kurzem hatte ich eine interessante „Diskussion“ auf Facebook (von einer echten Kommunikation ist das ja immer weit entfernt). Jemand meiner „Freunde“ hat gepostet, Religionen gehörten nicht ins 21. Jahrhundert, denn sie würden Menschen „untereinander trennen“ und seien „hauptverantwortlich für all das Elend auf der Welt“. Bezeichnenderweise antworteten außer mir auf diesen Post nur Gleichgesinnte, die sofort mit in das selbe Horn bliesen.

Eine differenzierte Sichtweise – Fehlanzeige.

Auf meinen Einwand, dass Religionen eine maßgebliche Rolle dabei spielen, das menschliche Bewusstsein zu formen – Widerrede, jedoch leider ohne Gegenargument.

Weil mir eine solche Sichtweise nicht zum ersten Mal begegnet, möchte ich erläuterten, warum ich anderer Ansicht bin und das mit einigen Buchtipps verbinden.

Nach der integralen Theorie – die, wie bereits beschrieben, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen der Entwicklungspsychologie beruht – gibt es „DIE Religion“ nicht. Menschen haben ihren Schwerpunkt auf verschiedenen Bewusstseinsebenen und interpretieren und leben religiöse Inhalte und Praktiken von diesen aus.

Nicht „DAS Christentum“ formt also den Menschen, sondern der Mensch formt zunächst das Christentum. Und das selbstverständlich vom ersten Tag an, als die ersten Jünger sich Jesus anschlossen und ihn jeweils auf ihre eigene Art und Weise und von dem Level aus, auf dem sie standen, her verstanden. Das schlägt sich in den Evangelien und Briefen nieder. Auf deren schriftliche Hinterlassenschaften sind wir heute angewiesen, wenn wir uns überhaupt in irgendeiner Form auf Jesus beziehen wollen. Diese beständige Wechselwirkung wird von Menschen, die „DAS Christentum“ oder „DIE Religion“ kritisieren, völlig außer Acht gelassen: Christentum ist das, was DU daraus machst. Der Rezipient ist mit dem Inhalt untrennbar verbunden. Und was „DIE Kirche, die Gemeinschaft“ (die es also solche nicht gibt) aus dem Christentum machen, ist das Resultat vieler einzelner Bewusstseine, die zusammen eine Art Gruppenbewusstsein formen.

Jeder, der schon einmal mindestens in zwei verschiedenen Kirchengemeinden unterwegs war, wird wissen, was ich meine, wenn ich sage, dass dieses Gruppenbewusstsein sich immens unterscheiden kann und das innerhalb ein und derselben Konfession.

Nach Ken Wilber, „Integrale Spiritualität“, hat die Religion die Eigenschaft, dass sie als Förderband dienen kann, d.h. sie kann die Entwicklung der Menschheit vorantreiben. Sie kann Menschen helfen, sich von einer magischen Stufe zu einer rationalen, pluralistischen etc. Ebene zu bewegen. Das ist zumindest das, was sie tun sollte. Aber kann sie das auch?

In der Vergangenheit ist es Tatsache. Menschen, die auf „DIE Religion“ schimpfen, vergessen, dass in unserer Welt zumindest geschichtlich es tatsächlich Religionen waren, die das Bewusstsein der Menschen mit geformt haben. An dieser Tatsache kann kein ernsthafter Mensch zweifeln. Denn um zu beweisen, dass all diese Entwicklungen und Ideen auch ohne Religionen möglich gewesen sein könnten, müsste man eine zweite, andere Welt erschaffen, die ohne Religionen auskommt.

Um diese Tatsache zu belegen, empfehle ich folgende Bücher, die sich mit dem Beitrag des Christentums und/der Bibel zu der Entwicklung der menschlichen Kultur, Zusammenlebens und Denkens beschäftigt haben. Mir erscheint es zunehmend befremdlich, wie viele Menschen von diesem Beitrag nichts mehr wissen wollen, d.h. nichts davon wissen und dieses Nichtwissen auch noch mit Stolz zur Schau tragen.

Das Buch der Mitte: Wie wir wurden, was wir sind: Die Bibel als Herzstück der westlichen Kultur, Vishal Mangalwadi, 2011

Sehr spannend erzählt, erhellend und begeisternd. Geschrieben aus der Sicht eines Christen, der in einer Gesellschaft lebt, die hauptsächlich durch den Hinduismus geprägt ist: Indien. Sehr bereichernd ist der daraus resultierende Vergleich zwischen der östlichen und westlichen Kultur und die Frage, wie diese Unterschiede sich durch die Botschaften der jeweiligen Religion erklären lassen. Er beschreibt die Bibel als ein kulturprägendes Buch, das eine Rolle spielte bei der Entstehung des modernen Westens, wie wir ihn kennen: Menschenrechte, technologischer Fortschritt, Demokratie, Musik. Das einzige, was ich schwierig finde, ist, dass er meinem Eindruck nach wenig zwischen den christlichen Konfessionen unterscheidet, das aber bei manchen Themen, zB. Korruption, durchaus eine Rolle spielt (siehe Ukraine, Russland, Griechenland etc.)

Die Verzauberung der Welt, Jörg Lauster, 2017 (5. Auflage)

Ein dickes, informatives Buch und gleichzeitig unterhaltsam. Der Autor ist Professor für Systematische Theologie und Religionsphilosophie an der Philipps-Universität Marburg. Wie der Titel bereits andeutet, geht es auch hier um die Beschreibung eines Prozesses, wie das Christentum bzw. die Bibel zur Veränderung der Welt beitrug. Die Kultur, Architektur, Musik, Kunst steht dabei im Mittelpunkt.

Wie das Christentum die Welt veränderte: Menschen – Gesellschaft – Politik – Kunst, Alvin J. Schmidt, 2009

Auch dieser Autor, ein Amerikaner, beschreibt, wie die abendländischen Werte maßgeblich durch dein Einfluss des Christentums geformt und mitbestimmt wurden.

Der Weltbeweger. Jesus – wer ist dieser Mensch?, John Ortberg, 2013

Aus der Sicht eines christlichen Bestsellerautors, v.a. mit der Intention Jesus zu verherrlichen. Im Vordergrund steht die Frage, auf welche Weise der Mensch Jesus auf unsere Gesellschaft, unser Menschenbild, unsere Ethik, unsere Kultur Einfluss genommen hat. Liest sich schnell und ist sehr erhellend.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Ken Wilber über integrales Christsein

Im Folgenden fasse ich einen Vortrag für euch zusammen, den Ken Wilber 2015 auf einer christlich integralen Versammlung gehalten hat.

Im Folgenden fasse ich einen Vortrag für euch zusammen, den Ken Wilber 2015 auf einer christlich integralen Versammlung gehalten hat. Ich habe ihn in der Facebook Gruppe „Integral Christianity“ gefunden.

Ken Wilber unterscheidet drei Gesichter Gottes:

Jesus Christus redete ÜBER Gott; er redete ZU Gott; und er redete ALS Gott.

Diese entsprechen einer abgekürzten Version der vier Quadranten: Ich, Du, ER/SIE/ES, Sie, bei der die zwei letzteren in eins fallen und gemeinsam die „objektive“ Seite bilden – als Gegenüber zur subjektiven Seite aus „ich“ und „du“.

Die Quadranten stehen bekanntlich für verschiedene Perspektiven, die eingenommen werden können und alle gleichermaßen wichtig und wahr sind.

Der Punkt ist nun, dass jede und jeder von uns genau dieselben Perspektiven in Bezug auf den GEIST, also das Göttliche, einnehmen können wie Jesus. Wir können über Gott reden wie über eine objektive Realität, wir können zu ihm reden wie zu einem engen Vertrauten, und wir können das Göttliche tief in uns als unser wahres SELBST, die ultimative Realität, entdecken.

Wenn wir zu dem Christusbewusstsein erwecken, reden wir ebenso wie Jesus aus all diesen Perspektiven. Nicht eine der Perspektiven ist richtig und die andere falsch, sondern alle sind zugleich richtig, wahr und untrennbar miteinander verflochten.

Die Trinitätslehre, Vater, Sohn und Heiliger Geist, enthält diese drei Gesichter Gottes. Sie zeigt, dass alles in dieser Welt aus Beziehung besteht, aus verschiedenen Dimensionen und Perspektiven. Sobald durch die Schöpfung das Formlose Gestalt annimmt, entsteht Beziehung zwischen verschiedenen Formen. Alles kann aus den vier Perspektiven des Quadranten wahrgenommen werden.

Die zahlreichen Theorien und Modelle zur Bewusstseinsentwicklung der Menschheit sind sich in wenigen Punkten erstaunlich einig: Spiritualität entwickelt sich in Stufen weiter. (Ganz genauso wie kognitive Fähigkeiten sich entwickeln, moralische Werte oder emotionale Intelligenz sich entwickelt.)

Auf jeder Stufe – der archaischen, mythischen, der modernen, der postmodernen, der integralen, wird die Welt völlig anders wahrgenommen. Das gilt für jede Religion gleichermaßen: Bei den Hinduisten, Buddhisten, Christen, Muslimen, Juden usw. durchlaufen alle Menschen gleichermaßen nacheinander die verschiedenen Stufen.

Allerdings wurden diese Stufen erst vor kurzem durch die Wissenschaft entdeckt. Denn ein Problem dabei ist, dass diese wie die Grammatik einer Sprache funktionieren: Der Mensch bewegt sich darin, ohne sich der dahinter stehenden Regeln bewusst zu sein, und hält sie für die einzig wahre Weltsicht.

Ken Wilber unterscheidet zwei Wege der spirituellen Entwicklung: „Growing Up/Aufwachsen“ und „Waking Up/Aufwachen“. Ersteres bezeichnet die spirituelle Entwicklung eines Menschen von einer Stufe zur nächsten. Letzteres bezieht sich auf Erfahrungen von Erleuchtung und Wandlung. Diese Erfahrungen von Einssein, diese besonderen Bewusstseinszustände werden jeweils abhängig von der Stufe, auf der sich der Mensch befindet, und der dazu passenden Denkstruktur, völlig anders gedeutet.

Ein Christ auf der magischen Stufe sieht Jesus als den Superstar, der auf dem Wasser geht. Auf der mythischen Stufe wird die Bibel wortwörtlich ausgelegt und zwischen denen, die gerettet werden und denen, die verloren gehen, strikt unterschieden usw.

Insgesamt bewegt sich das menschliche Bewusstsein von einer ethnozentrischen Identität zu einer weltzentrischen Identität, was bedeutet, dass ein Mensch sich nicht mehr primär über die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, Clan, Dorf etc. versteht, sondern über seine Zugehörigkeit zur Welt als Ganzes. Aus dem Drang zur Abgrenzung wird ein Drang zur Integration und Versöhnung. Doch Forschungen haben gezeigt, dass momentan noch 60-70 % der Menschheit sich auf dem ethnozentrischen Level oder gar darunter (also nur mit dem Überleben beschäftigt)befinden.

Doch es gibt bereits das integrale Christentum, das weltzentrisch denkt, zu einer kritischen Bibellektüre fähig ist und Jesus als Inspiration dazu annimmt, ähnliche Erfahrungen wie dieser zu suchen und zu machen. Diese Menschen können andere Religionen als gleichwertige Partner annehmen, auch neue Praktiken von diesen mit übernehmen, und sich gleichzeitig noch immer als Christen verstehen. Obwohl sie noch in der Minderheit sind, finden sie schon heute immer wieder auf der Suche nach Gleichgesinnten zusammen.

Homepage zu den  regelmäßig stattfindenden Versammlungen: http://returntotheheartevent.com/

Integral (Unorthodox) Christianity: „The Bible Is Loaded with Truth and Power“

Howard Pepper über die Verbindung von Integraler Theorie und Christentum und darüber, wie diese das Verständnis der biblischen Erzählungen verändert.

Natural Spirituality - Loving Forum for Spiritual Harmony & Growth

Integral Christianity is a fairly new thing… at least the name is. (It is not a lot like traditional or even „modern/liberal“ Christianity.) The worldview or theology it operates within actually is a relatively new perspective, on any sizable scale.  I will admit the Christian form of Integral theory is fairly new to me — maybe a couple years, and I’ve been pretty attentive to the many varying forms of Christian faith for decades now.

Titlepage of the New Testament section of a Ge... Titlepage of the New Testament section of a German Luther Bible, printed in 1769. (Photo credit: Wikipedia)

The focus of this article will be Integral Christianity’s take on and use of the Bible.  I’m writing this on the way to soon finishing the definitive book to date on this understanding and expression of Christianity, Integral Christianity: The Spirit’s Call to Evolve, by Paul R. Smith.  I will then be reviewing the book on the Naturalspirituality 

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Das Reich Gottes

der integrale Christ Paul Smith versteht darunter einen anderen Bewusstseinszustand. Den Zustand, in dem sich Jesus befunden haben muss.

Das Reich Gottes…

der integrale Christ Paul Smith versteht darunter einen anderen Bewusstseinszustand. Den Zustand, in dem sich Jesus befunden haben muss. Einen Zustand des völligen Eins-Seins-mit-dem-Göttlichen. Aus meiner Sicht eröffnet diese Definition neue Perspektiven auf Jesu Worte und seine Gleichnisse. Ich laden euch ein, bei jedem Gleichnis, das ihr lest, einmal hinter das Wort „Reich Gottes“ durch die Worte „Bewusstsein von Gott/Wissen um Gott“ zu ersetzen.

Zum Beispiel bei Markus 4,30, dem Gleichnis vom Senfkorn:

Womit sollen wir das Bewusstsein von Gott/Wissen um Gott noch vergleichen?«, fragte Jesus. »Mit welchem Gleichnis sollen wir es darstellen? 31 Es gleicht einem Senfkorn. Das ist das kleinste aller Samenkörner, die man in die Erde sät. 32 Aber wenn es einmal gesät ist, geht es auf und wird größer als alle anderen Gartenpflanzen. Es treibt so große Zweige, dass die Vögel in seinem Schatten nisten können.

Oder bei Matthäus 20,1, dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg:

Denn mit dem Bewusstsein von Gott/Wissen um Gott ist es wie mit einem Gutsbesitzer, der sich früh am Morgen aufmachte, um Arbeiter für seinen Weinberg einzustellen. 2. Er fand etliche und einigte sich mit ihnen auf den ´üblichen` Tageslohn von einem Denar. Dann schickte er sie in seinen Weinberg.

Oder Markus 10:

25 Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher ins Bewusstsein von Gott/Wissen um Gott kommt.

Wir bekommen ganz neue Aussagen, die erstaunlich viel Sinn machen. Was meint ihr?

  1. Ein anderes Bewusstsein hat die Macht, die ganze Welt zu verändern.
  2. Ein anderes Bewusstsein kommt bei dem einen durch viel harte gedankliche Arbeit und dem anderen wird es über Nacht geschenkt.
  3. Reichtum hindert Menschen tendenziell, das Göttliche in der Welt wahrzunehmen.

Zum Abschluss will ich an dieser Stelle mit euch meinen Gedichtfilm aus dem Jahr 2016 teilen. Das Gedicht habe ich an einem Samstag während der Predigtvorbereitung verfasst, als mir klar wurde, dass ich entweder ein Gedicht schreibe oder auf der Kanzel lieber schweige. Mir persönlich erscheint die Kunst, die in einem ekstatischen Zustand der Inspiration verfasst wird – und damit eine eigene Art spiritueller Erfahrung ist – , noch am ehesten geeignet, das wiederzugeben, was vermutlich hinter dem Begriff „Reich Gottes“ steht.

Hier ist es:

DAS REICH GOTTES

Ich hab es nie gesehen
und WEIß es doch.
Ich kann es nur erahnen –
die Ahnung reicht unendlich weit,
sie füllt mich völlig aus.
Es nimmt jetzt seinen Lauf,
jetzt und jetzt und jetzt.
Es ist der Fall aus dem Normalen,
es fängt mich sachte auf.
Es ist der Strom,
in dem ich gleite,
die Energie,
die mich erhält.
Es gleißt aus mir heraus
und doch bin ich nie wirklich drin gewesen.
Es ist nicht Außen und nicht Innen,
nicht Oben, und nicht unter mir
und alle andern scheinen
immer weit voraus.
Es ist ein Wind im Innern,
der sich viel zu langsam legt.
Es ist die Liebe, die
nicht passen will zu mir,
wie ich sie auch halte.
Es ist die Sonne,
die mir, wenn ich sterbe,
blendend gleißt,
der Strahl, der letzte Weg zu dir.
Es ist die Hoffnung, dass ich vor dir bleibe,
auch wenn ich schlachte wie Elia,
und nichts mich mehr entschuldigt.
Es ist die senkrecht steile Wand,
an der ich mich nach oben hangle.
Es ist der Schrott, der faule Müll,
aus dem es plötzlich grünt wie neu.
Ich kenne es, dein Reich,
als hätt ich schon mal dort gewohnt,
und zweifle doch so oft daran.
Es ist ein Reißen und ein Sehnen.
Es ist dein immer freundliches Gesicht,
dass mich schon lang durchdrungen,
und statt mich zu vernichten,
als Atem in mir weiterschwingt.
Es ist der Wärmeschub,
nachdem ich lange meditierte;
das Katapult,
das mich in neue Tiefen bringt.
Es ist ein Mensch, und ist ein Licht.
Es ist in mir, und doch bin ich es nicht.
Kein Vergleich reicht aus,
und doch lebt alles Leben
nur aus Vergleichen,
aus Versuchen Dich zu fassen,
einzunehmen, festzusetzen.
Es ist,
wenn Leben wieder mundet.
Wenn Illusionen fallen.
Wenn Todgeglaubte trösten.
Wenn zurück liebt, wer nicht lieben konnte.
Es ist ein Raum und ist ein König –
alles muss ihm weichen.
Was hart ist, löst es auf.
Was öde ist und schmerzbehaftet,
was Schein ist nur und Lüge,
was quält und was das Licht verdeckt.
Und wer auch herrscht und sich vergisst:
Es ist. Es ist. ES IST.
Und niemand, niemand hält es auf.

Der Traum von einem besseren Christentum

Integrale Gedanken inspirieren zum Träumen

schmillblog

molnc3a1r_c381brahc3a1m_kikc3b6ltc3b6zc3a9se_1850 Abraham by József Molnár [Public domain], via Wikimedia Commons

Und ich blickte auf, und ich sah ein Meer aus Menschen, die keiner zählen konnte. Menschen aus allen Kirchen und christlichen Organisationen.

Sie waren aufgestanden und haben sich auf den Weg gemacht, ohne den Ort zu kennen, den sie suchen …

Dieser Artikel ist kein Aufruf dazu, dass du deine Gruppe verlässt. Es kann zwar sein, dass du dich innerlich schon längst verabschiedet hast und auf der Suche bist. Aber ob und wann der Zeitpunkt zu gehen gekommen ist, musst du selbst entscheiden. Vielleicht ändert sich auch was, und du wirst bleiben?!

Es gibt schon unzählige frustrierte Christen, die allen christlichen Gemeinden und Gruppen den Rücken gekehrt haben und versuchen, allein zurecht zu kommen. Privates Christentum.

Mit ihm [Jesus] seid ihr begraben worden durch die Taufe; mit ihm seid ihr auch auferstanden durch den Glauben aus der Kraft Gottes, der ihn…

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